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Wie oft und wie man sich bei einer vietnamesischen Beerdigung nach vietnamesischem Brauch verneigt

Verneigen bei einer vietnamesischen Beerdigung: wie oft und wie

Sich beim Kondolenzbesuch zu verneigen, ist ein alter Bestandteil der vietnamesischen Kultur. Es drückt Trauer und Ehrfurcht vor dem Verstorbenen aus und Respekt gegenüber der trauernden Familie. Doch nicht jeder weiß genau, wie man es richtig macht. In diesem Artikel erklärt Flosa, was die Verneigungen bedeuten, wie sie ausgeführt werden, wie viele üblich sind und worauf ein Gast sonst noch achten sollte.

Was das Verneigen bei einer vietnamesischen Beerdigung bedeutet

Das Verneigen bei einer Beerdigung ist mehr als eine Formalität. Es hat mehrere menschliche und spirituelle Bedeutungsebenen und spiegelt Werte wider, die im Kern des vietnamesischen Miteinanders stehen.

Ausdruck von Trauer und tiefem Respekt

Den Kopf vor dem Sarg oder dem Porträt des Verstorbenen zu senken, gilt als aufrichtigste und würdevollste Art, Trauer über den Tod eines Menschen zu zeigen. So erweisen die Lebenden auch einem Menschen Ehrfurcht, der für immer gegangen ist. Die Geste ist eine Tradition und ein Maßstab für gutes Benehmen, die über viele Generationen weitergegeben wurden.

Zeichen Ihrer Beziehung zum Verstorbenen und guter Umgangsformen

Wie sich jemand verneigt, spiegelt auch seine Beziehung zum Verstorbenen wider: Kinder und Enkel vor einem Großelternteil, ein Freund vor einem Freund, ein jüngerer Kollege vor einem früheren Vorgesetzten. Wer das Ritual richtig ausführt, gilt außerdem als jemand, der die Etikette kennt und sowohl die Familie als auch die feierliche Stimmung des Anlasses achtet.

Ein Gebet, dass die Seele Frieden findet

Im vietnamesischen Geisterglauben ist es eine heilige Handlung, die Hände zu falten und sich zu verneigen oder vor Altar und Sarg niederzuknien. Es ist ein Gebet und die Hoffnung, dass diese aufrichtigen Gesten der Seele des Verstorbenen helfen, bald erlöst zu werden und sanft, frei von irdischen Bindungen, in die nächste Welt überzugehen.

Kindliche Pietät und Gedenken

Der Brauch ist auch eng mit der kindlichen Pietät verbunden, der Pflicht von Kindern und Enkeln gegenüber Eltern und Großeltern, und wird als Weg empfunden, mit verstorbenen Älteren verbunden zu bleiben. Er drückt grenzenlosen Respekt aus, Dankbarkeit dafür, geboren und großgezogen worden zu sein, und Gedenken: das Versprechen, dass der Mensch und das Gute, für das er stand, im Gedächtnis der Hinterbliebenen bleiben.

Das Verneigen bei einer vietnamesischen Beerdigung drückt Ehrfurcht und kindliche Pietät aus

Das Verneigen bei einer Beerdigung drückt Ehrfurcht und kindliche Pietät aus

So verneigt man sich bei einer Beerdigung nach vietnamesischer Tradition

Um das Ritual richtig auszuführen, hilft es zu wissen, dass das Vietnamesische dafür zwei verschiedene Wörter hat: lạy, eine volle, tiefe Verneigung, und vái, eine kürzere Verneigung mit gefalteten Händen. In diesem Artikel nennen wir sie die volle und die kurze Verneigung.

Die volle Verneigung: Haltung und Bewegungen

Die volle Verneigung (lạy) zeigt den höchsten Grad an Respekt. Sie wird langsam und aufrichtig ausgeführt.

  • Im Stehen: Stehen Sie aufrecht und gefasst, die Handflächen vor der Brust aneinandergelegt. Heben Sie die gefalteten Hände langsam bis auf Stirnhöhe (manche heben sie etwas über den Kopf) und senken Sie sie dann vor dem Gesicht wieder bis auf Brusthöhe. Die Bewegung sollte sanft und ohne Eile sein. Blicken Sie dabei nach vorn, zum Altar oder zum Sarg, und senken Sie mit den Händen respektvoll auch den Kopf.

  • Im Knien (bis zum Boden): Um noch tieferen Respekt zu zeigen, wie es Kinder und Enkel für Eltern und Großeltern tun, kann man sich kniend verneigen. Nachdem Sie die Hände bis zur Stirn gehoben und zur Brust gesenkt haben, gehen Sie langsam auf beide Knie und legen die Hände auf den Boden oder die Matte. Je nach örtlichem Brauch zeigen die Handflächen nach oben oder nach unten. Dann senken Sie den Kopf, bis die Stirn den Boden fast oder ganz berührt.

  • Mit Räucherstäbchen: Beim Verneigen kann ein Gast ein angezündetes Räucherstäbchen (oder drei) zwischen den gefalteten Handflächen halten. Ist die übliche Zahl an Verneigungen vollendet, tritt man vor und steckt die Räucherstäbchen in die Räucherschale auf dem Altar.

  • Allgemein: Die ganze Bewegung sollte sanft, langsam und ruhig sein und Feierlichkeit und Respekt ausstrahlen.

So werden die Verneigung im Stehen und die Verneigung im Knien bei einer Beerdigung richtig ausgeführt

Die Verneigung im Stehen und im Knien bei einer Beerdigung

Video: So verneigt man sich bei einer Beerdigung

Das Video am Anfang dieses Artikels gehört zu dieser Anleitung.

Die kurze Verneigung und wie sie sich von der vollen unterscheidet

Auch die kurze Verneigung (vái) ist eine Geste des Respekts, aber eine leichtere, und sie unterscheidet sich in einigen Punkten von der vollen Verneigung:

  • Haltung: Sie können stehen oder knien, die Hände weiterhin vor der Brust gefaltet.

  • Bewegung: Die Hände werden schneller als bei einer vollen Verneigung von Stirn oder Kopf zur Brust gesenkt.

  • Kopf: Der Kopf neigt sich nur leicht, nicht tief wie bei einer vollen Verneigung.

  • Tempo: Sie sieht einer vollen Verneigung recht ähnlich, wird aber deutlich schneller ausgeführt.

  • Wann: Kurze Verneigungen folgen meist auf die vollen, und es sind in der Regel zwei. Die Ausnahme ist nach der Beisetzung: Am Grab kann man drei kurze Verneigungen machen.

So verneigt man sich bei einer vietnamesischen Beerdigung

So verneigt man sich bei einer Beerdigung

Wie viele volle und kurze Verneigungen sind üblich?

Die Zahl der Verneigungen bei einer Beerdigung ist eine ungeschriebene Regel, die über Generationen weitergegeben wurde, und sie hängt davon ab, wer geehrt wird und unter welchen Umständen. Wie viele sind also richtig?

Die allgemeine Regel bei traditionellen Zeremonien

In der vietnamesischen Kultur hat die Zahl der vollen Verneigungen eine eigene Bedeutung:

  • Zwei Verneigungen (nhị lạy): üblicherweise für Lebende, etwa wenn Kinder sich zu Tết oder bei einer Feier zu Ehren eines hohen Alters vor ihren Eltern verneigen.

  • Drei Verneigungen (tam lạy): für Buddha, für Heilige und Gottheiten oder für buddhistische Mönche und Nonnen.

  • Vier Verneigungen (tứ lạy): für den Geist eines Verstorbenen, als höchstes Zeichen des Respekts für einen Menschen, der in die nächste Welt übergegangen ist.

Siehe auch: Trauerblumen für eine Beerdigung

Wenn der Verstorbene noch im Sarg aufgebahrt ist (vor der Beisetzung)

Solange der Verstorbene noch zu Hause oder in einem Bestattungshaus aufgebahrt ist, der Sarg also noch da ist und Beisetzung oder Einäscherung noch nicht stattgefunden haben, machen Gäste üblicherweise:

Zwei volle Verneigungen, gefolgt von zwei kurzen.

  • Hinweis: Manche meinen, dass Familienmitglieder vor der Beisetzung nur zwei kurze und keine vollen Verneigungen machen. Weiter verbreitet ist bei Beerdigungen jedoch, dass alle, die die letzte Ehre erweisen, Verwandte wie Gäste, zwei volle und zwei kurze Verneigungen machen, solange der Sarg noch da ist. Wenn Sie unsicher sind, liegen Sie mit diesem verbreiteteren Brauch richtig.

  • Wenn es einen buddhistischen Altar gibt: Hat die Familie vor dem Tisch mit dem Porträt des Verstorbenen einen Altar für Buddha aufgebaut, gehen Gäste in dieser Reihenfolge vor:

    1. Zuerst verneigen Sie sich vor dem buddhistischen Altar: drei volle und zwei kurze Verneigungen.

    2. Dann treten Sie an den Tisch mit dem Porträt des Verstorbenen und machen zwei volle Verneigungen. Es sind dieselben zwei Verneigungen wie für Lebende: ein letzter Abschied, solange der Mensch in gewissem Sinn noch „da“ ist.

Wie oft verneigt man sich also vor der Beisetzung? Die häufigste Antwort lautet: zweimal voll.

Beim Räucheropfer nach Beisetzung oder Einäscherung

Wenn Sie nach der Beisetzung Räucherstäbchen am Grab darbringen oder an dem Ort, an dem das Porträt nach Einäscherung und Trauerfeier dauerhaft verehrt wird, gelten andere Zahlen:

  • Vier volle Verneigungen, gefolgt von drei kurzen.
    Zu diesem Zeitpunkt gilt der Verstorbene als wirklich in die nächste Welt übergegangen, deshalb verneigt man sich viermal, als höchstes Zeichen des Respekts für den Geist.

Ob zwei, drei oder vier Verneigungen richtig sind, hängt also davon ab, wer geehrt wird und unter welchen Umständen, wie oben erklärt.

Siehe auch: was auf einer Kranzschleife steht und Texte für einen Kondolenz-Blumenkorb

Die Verneigung der Familie als Erwiderung

Wenn Gäste kommen und sich verneigen, steht ein Vertreter der trauernden Familie (der tang chủ, der Hauptleidtragende, meist der älteste Sohn, der älteste Enkel in männlicher Linie oder ein anderer älterer Verwandter) neben dem Sarg und erwidert die Geste.

  • Dem Brauch nach erwidert der Vertreter der Familie genau dieselbe Zahl voller und kurzer Verneigungen, die der Gast gerade gemacht hat. Verneigt sich ein Gast zweimal voll, antwortet der Gastgeber mit zwei.

  • Das gilt als „Erwiderung der Höflichkeit in vollem Maß“: die Art der Familie, denen zu danken und sie zu ehren, die gekommen sind, um ihre Trauer zu teilen.

  • Die erwidernde Verneigung gibt es nur, solange der Sarg noch am Ort der Trauerfeier steht, ob zu Hause oder im Bestattungshaus. Nach der Beisetzung entfällt sie.

Die übliche Zahl voller und kurzer Verneigungen beim Kondolenzbesuch in Vietnam

Die übliche Zahl voller und kurzer Verneigungen bei einer Beerdigung in Vietnam

Wie Männer und Frauen sich bei einer Beerdigung verneigen

Die Tradition unterscheidet auch, wie Männer und Frauen sich verneigen: Die Verneigung einer Frau soll sanft und bescheiden sein, die eines Mannes fest und feierlich.

Wie Männer sich verneigen

  1. Vorbereiten: Stehen Sie aufrecht und gefasst, die Hände vor der Brust gefaltet.

  2. Verneigen: Heben Sie die gefalteten Hände langsam etwas über den Kopf und beugen Sie sich dann nach vorn.

  3. Hinuntergehen: Öffnen Sie beim Beugen die Hände und legen Sie sie mit den Handflächen nach unten auf den Boden. Gehen Sie gleichzeitig auf beide Knie und senken Sie den Oberkörper, bis die Stirn den Boden oder die Matte fast oder leicht berührt. Diese Haltung drückt tiefste Trauer und tiefsten Respekt aus.

  4. Aufstehen: Nachdem Sie die Verneigung einige Sekunden gehalten haben, führen Sie die Hände auf dem linken Knie zusammen. Ziehen Sie das linke Bein an, erheben Sie sich langsam und kehren Sie in die aufrechte Ausgangshaltung zurück.

Wie Frauen sich verneigen

Die Verneigung einer Frau ist dem Brauch nach sanfter und zurückhaltender:

  1. Vorbereiten: Setzen Sie sich langsam auf den Boden, die Beine zur Seite gefaltet und nach links geneigt. Der rechte Fuß liegt mit der Sohle nach oben unter dem linken Oberschenkel. Das ist die traditionelle Sitzhaltung vietnamesischer Frauen beim Verneigen.

  2. Verneigen: Falten Sie die Hände vor dem Gesicht, heben Sie sie langsam zur Stirn und senken Sie dann allmählich den Kopf.

  3. Hinuntergehen: Wenn sich der Kopf dem Boden nähert, öffnen Sie langsam die Hände und legen sie leicht auf den Kopf (mancherorts werden sie stattdessen mit den Handflächen nach unten vor sich auf den Boden gelegt). Halten Sie die Haltung ein oder zwei Sekunden. Wiederholen Sie das für die übliche Zahl an Verneigungen.

  4. Aufstehen: Wenn Sie fertig sind, stehen Sie langsam auf und treten ein paar ruhige, gefasste Schritte zurück.

Hinweis: Die Beschreibungen der Verneigung einer Frau unterscheiden sich von Familie zu Familie und von Region zu Region etwas, und bei der Beerdigung selbst bekommen Sie vielleicht konkrete Hinweise. Entscheidend ist ein respektvolles, feierliches Auftreten.

Der traditionelle Unterschied, wie Männer und Frauen sich bei einer Beerdigung verneigen

Der traditionelle Unterschied, wie Männer und Frauen sich bei einer Beerdigung verneigen

Regeln und Tabus beim Kondolenzbesuch

Um Respekt zu zeigen und niemanden zu kränken, sollten Gäste einige Regeln und Tabus beachten.

Erst kommen, wenn der Leichnam im Sarg liegt

Dem Brauch nach kommen Menschen außerhalb der engsten Familie erst zum Kondolenzbesuch, wenn der nhập liệm-Ritus, das Einsargen des Leichnams, abgeschlossen ist.

Die Kleidung: ein Zeichen des Respekts

Die Kleidung ist sehr wichtig. Sie zeigt Ihren Respekt vor dem Verstorbenen und der Familie. Mehr dazu in unserem Ratgeber was man zu einer vietnamesischen Beerdigung trägt.

  • Kleiden Sie sich ordentlich, gepflegt und schlicht.

  • Wählen Sie gedeckte Farben wie Schwarz, Weiß, Grau oder Marineblau. Verzichten Sie ganz auf helle, auffällige Farben.

  • Männer: ein dunkles Hemd (ein gepflegtes Poloshirt ist in Ordnung) mit dunkler Hose oder dunklen Jeans. Vermeiden Sie kurze Hosen, Unterhemden, kragenlose T-Shirts und Flip-Flops.

  • Frauen: Vermeiden Sie sehr kurze oder freizügige Kleider (freie Schultern, freier Rücken oder tiefer Ausschnitt), zerrissene Jeans und kurze Hosen. Die Kleidung sollte dezent sein und über das Knie reichen. Ein dunkler áo dài (das traditionelle lange Gewand), eine Bluse mit Hose oder ein schlichter langer Rock sind passend. Tragen Sie möglichst wenig glitzernden Schmuck und vermeiden Sie Flip-Flops oder sehr hohe Absätze, die beim Gehen klappern.

Beim Kondolenzbesuch ordentlich, gepflegt und schlicht gekleidet

Kleiden Sie sich beim Kondolenzbesuch ordentlich, gepflegt und schlicht

Weitere Tabus

  • Ruhig und gefasst bleiben: Lachen und scherzen Sie nicht, reden Sie nicht laut, führen Sie keine lauten Telefonate und verhalten Sie sich nicht auf eine Weise, die nicht zur feierlichen Stimmung einer Beerdigung passt.

  • Beim Einkleiden keine Tränen auf den Leichnam fallen lassen: Nach altem Glauben fällt es der Seele schwer zu gehen, oder sie verweilt in dieser Welt, wenn Tränen der Lebenden auf den Leichnam fallen. Das betrifft vor allem Familienmitglieder, die am khâm liệm-Ritus teilnehmen, dem Einkleiden und Einhüllen des Leichnams.

  • Das Telefon stumm schalten: Schalten Sie den Klingelton aus oder in den Lautlos-Modus, damit kein störender Ton die Feierlichkeit der Zeremonie unterbricht.

Was man mitbringt

Was Sie mitbringen, hängt stark von Ihrer Beziehung zum Verstorbenen ab, vom Zeitpunkt Ihres Besuchs und von den Bräuchen der Region und der Familie.

  • Ein Kondolenzumschlag mit Geld (phúng điếu): die häufigste Gabe, eine praktische Art, die Kosten der Beerdigung mitzutragen.

  • Dinge für die Verehrung: Räucherstäbchen, Kerzen und Opfergaben aus Papier (vàng mã), je nach Glauben der Familie.

  • Ein Korb mit frischem Obst.

  • Ein Trauerkranz: eine förmliche und bedeutungsvolle Wahl.

Kleidungsregeln und Tabus beim Kondolenzbesuch in Vietnam

Kleidungsregeln und Tabus beim Kondolenzbesuch

Das Verneigen ist ein wesentlicher Teil einer traditionellen vietnamesischen Beerdigung und ein tiefer Ausdruck von Respekt, Trauer und aufrichtigem Gefühl für den Verstorbenen. Wer die Bräuche versteht, von Haltung und Bewegung bis zur Zahl der Verneigungen, kann dieses Gefühl ganz ausdrücken und eine Tradition ehren, die den Vietnamesen viel bedeutet.

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Wir hoffen, dieser Ratgeber hat Ihre Fragen beantwortet, wie oft und wie man sich bei einer vietnamesischen Beerdigung verneigt. Am wichtigsten sind Ihre Aufrichtigkeit und Ihr Wunsch, die Trauer der Familie in einer schweren Zeit zu teilen.