Jedes Jahr um den Vollmond des siebten Mondmonats, in Vietnam Rằm tháng 7 genannt, bringen viele Familien Opfergaben dar und beten zu Buddha, in der Hoffnung, Unglück fernzuhalten und um Glück und Frieden zu bitten. Der ganze Monat ist im Volksmund als tháng cô hồn bekannt, als „Monat der umherirrenden Seelen“ oder Geistermonat. Dieser Beitrag erklärt, woher die Vorstellung kommt, was sie bedeutet und was man in diesen Wochen traditionell meidet.

Warum heißt der siebte Mondmonat Geistermonat?
Wann ist der Geistermonat?
Der Geistermonat ist der siebte Monat des Mondkalenders: Er beginnt am 1. Tag dieses Monats und dauert bis zu dessen Ende (dem 29. oder 30. Tag, je nach Jahr). Im westlichen Kalender verschieben sich die Daten von Jahr zu Jahr. 2026 dauert der Monat vom 13. August bis zum 10. September, und der Vollmond fällt auf den 27. August.
Ursprung und Bedeutung des Geistermonats
Warum ist der siebte Mondmonat der Monat der umherirrenden Seelen? Hier die Geschichte dahinter und was der Monat für vietnamesische Familien bedeutet.
Woher der Geistermonat kommt
Nach dem Volksglauben heißt der siebte Mondmonat Geistermonat, weil Diêm Vương (der König der Unterwelt) vom 2. bis zum 14. Tag die Tore öffnet und die Geister in die Welt der Lebenden zurückkehren lässt, damit sie die Orte besuchen, die sie einst kannten. Deshalb vermeiden viele Menschen in diesem Monat, etwas Wichtiges zu unternehmen.
Der Brauch, den umherirrenden Seelen Opfergaben darzubringen, cúng cô hồn genannt, soll aus China stammen. Er geht auf eine buddhistische Geschichte über Ananda (auf Vietnamesisch A Nan) zurück, dem ein Dämon sagte, er werde innerhalb von drei Tagen sterben. Ein Dämon zeigte ihm auch, wie er diesem Schicksal entgehen könne. Ananda erzählte dem Buddha davon, und der Buddha gab ihm ein Gebet, das er sprechen sollte, wenn er die vom Dämon verlangten Opfergaben darbrachte.
Was der Vollmond des siebten Monats bedeutet
Am 15. Tag des siebten Mondmonats ehren die Familien ihre Verstorbenen. Sie opfern Reis und Reiswein und verbrennen vàng mã (Opfergeld und Opfergegenstände aus Papier) als verdienstvolle Tat für die Geister, die nach dem Glauben zu Besuch kommen. Die Zeremonie ist symbolisch: Sie drückt den Wunsch aus, dass die Seelen der Ahnen und auch die umherirrenden Geister einen Ort des Friedens finden und mit Respekt behandelt werden.
Der Geistermonat gilt daher als Zeit, der eigenen Ahnen zu gedenken und den umherirrenden Seelen zu danken, die nach dem Glauben das Unglück von der Familie fernhalten. Diese Mischung aus spirituellem Glauben, Tradition und Aberglauben hat den Monat in der Kultur vieler asiatischer Länder zu einem bedeutsamen Brauch gemacht.

Ursprung und Bedeutung des Geistermonats, des siebten Mondmonats
Was man im Geistermonat und zum Vollmond des siebten Monats meidet
Die Volksüberlieferung nennt eine Reihe von Dingen, die man im Geistermonat meiden sollte, in der Hoffnung, so dem Unglück aus dem Weg zu gehen:
Spät in der Nacht ausgehen
Papieropfergaben achtlos verbrennen
Beinhaare zupfen, wachsen oder rasieren
Nach Einbruch der Dunkelheit Wäsche zum Trocknen aufhängen
Heimlich von Speisen kosten, die als Opfergabe bereitstehen
Kleingeld aufheben, das auf dem Boden liegt
Windspiele am Kopfende des Bettes aufhängen
Sich nachts gegenseitig beim Namen rufen
Andere zum Spaß erschrecken
Mit Spiegelbildern spielen
Nachts in den Spiegel schauen
Essstäbchen senkrecht in eine Schale Reis stecken
Ein neues Auto oder Motorrad kaufen
In eine Mauerecke gehen oder sich dort hinstellen
Im Spiegel fotografieren
Beim Schlafen die Hausschuhe mit den Spitzen zum Bett hin stehen lassen
Sich die Haare schneiden lassen
In dem Monat der Vollmondriten Fleisch- oder Fischgerichte opfern

Wohltätigkeit und Freundlichkeit gegenüber den Menschen um Sie herum gehören zu den neun Dingen, die man im Geistermonat tun sollte
Was man im Geistermonat kauft und tut, um Unglück fernzuhalten
Nach dem Volksglauben sind dies die Dinge, die man im Geistermonat kaufen und tun sollte, um Unglück zu vermeiden und Glück anzuziehen.
Drei Dinge, die man im Geistermonat kauft
Salz: Salz soll böse Geister vertreiben und wird auch zum Abtöten von Keimen verwendet. Viele kaufen in diesem Monat Salz in der Hoffnung, das Unglück zu verjagen.
Kerzen: Sie werden bei den Zeremonien für den Himmel und den Buddha, die Gottheiten, die Ahnen und alle umherirrenden Seelen verwendet, als Zeichen aufrichtigen Respekts.
Adlerholz-Räucherwerk: Es wird am Altar angezündet und den umherirrenden Seelen des siebten Monats dargebracht, in der Hoffnung, dass sie die Familie mit Glück segnen.
Neun Dinge, die man im Geistermonat tun sollte
Den Gottheiten und Ahnen jeden Tag die Ehre erweisen, vor dem Verlassen des Hauses und nach der Heimkehr.
Das Haus sauber und luftig halten und die Türen öffnen, damit Sonnenlicht und frische Luft hindurchziehen können.
Gutes tun: Bedürftigen etwas geben, in der Pagode Opfergaben darbringen, gefangene Tiere freilassen.
Ruhig bleiben und die Ärgernisse des Alltags verzeihen.
Jeden Tag Sutren lesen oder rezitieren oder ein Mantra sprechen, um den Glauben an Buddha zu festigen.
Kinder lehren, ältere Menschen zu achten und zu lieben und Schwächere zu schützen.
Sich Zeit nehmen für Eltern, Großeltern und die Menschen in der Umgebung.
Sich an wohltätigen und ehrenamtlichen Aktionen beteiligen, um Menschen in Not zu helfen.
Sich mit traditionellen kulturellen und spirituellen Grundsätzen vertraut machen und sie befolgen, aus Respekt vor den vietnamesischen Bräuchen.
Wie die Vollmondopfer des siebten Monats dargebracht werden
Nach der Tradition können die Opfergaben zum Vollmond des siebten Monats an jedem Tag vom 2. des Monats bis zum Mittag des 15. dargebracht werden. Der 13. gilt oft als bester Tag: Er wird als glückverheißender Tag beschrieben, gut, um für Wohlstand zu beten und eine Reise anzutreten, und viele sehen in ihm einen Glückstag.
Jede Art von Opfergabe hat ihre übliche Tageszeit:
Opfergabe für den Buddha: meist am Morgen.
Opfergabe für die Ahnen: meist um die Mittagszeit, zwischen 10 und 12 Uhr.
Opfergabe für die umherirrenden Seelen: meist am frühen Abend, zwischen 17 und 19 Uhr.
Jede Zeremonie hat ihr eigenes Opfertablett und ihren eigenen Schmuck. Für den Buddha wird der Altar meist mit frischen, duftenden Blumen, Räucherstäbchen, Lampen, Tee, Obst, Klebreis, süßer Dessertsuppe und einigen zubereiteten vegetarischen Gerichten geschmückt.
Das Tablett für die Ahnen enthält meist Tee, Reiswein, Obst, Klebreis mit Mungbohnen, bánh chưng (quadratische Klebreiskuchen) und eine Glasnudelsuppe mit Schweinefleischbällchen. Für die umherirrenden Seelen liegen auf dem Tablett meist einfacher Reisbrei, Gebäck, Süßigkeiten, Räucherstäbchen, Kerzen, Obst, kleine Geldscheine und weißes Salz.
Diese Riten und Gebete zeigen Respekt und Dankbarkeit gegenüber den Ahnen und den unsichtbaren Toten, und sie tragen auch dazu bei, die vietnamesischen Traditionen lebendig zu halten.

Wie die Opfergaben zum Vollmond des siebten Mondmonats dargebracht werden
Glückwünsche für den siebten Monat
Es braucht nichts Aufwendiges oder Auffälliges. Ein aufrichtiger Wunsch zum Monatsbeginn wie die folgenden genügt, um ein wenig Freude und Glück weiterzugeben, wenn der Geistermonat und sein Vollmond näher rücken. Einige davon erwähnen mùng 1, den ersten Tag des Mondmonats:
Chúc anh/chị mùng 1 đầu tháng gặp nhiều may mắn, tài lộc nhé! Ich wünsche Ihnen viel Glück und Wohlstand am ersten Tag des Monats! (Zu jemandem, der etwas älter ist als Sie.)
Chúc mọi người tháng mới dồi dào sức khỏe, tiền tài phát triển, gặp nhiều điềm lành. Ich wünsche allen im neuen Monat gute Gesundheit, wachsenden Wohlstand und viele gute Vorzeichen.
Mùng 1 đầu tháng suôn sẻ và hanh thông nhé!. Möge der erste Tag des Monats reibungslos und gut verlaufen!
Chúc mọi người tháng mới bình an, điềm rủi tránh xa điềm may mãi đến. Ich wünsche allen einen friedlichen neuen Monat. Mögen schlechte Vorzeichen fernbleiben und gute immer wiederkommen.
Chúc bạn tháng 7 có được nhiều tình yêu thương từ mọi người xung quanh.. Möge dir der siebte Monat viel Liebe von den Menschen um dich herum bringen.
Chúc anh sáng mùng 1 gặp nhiều may mắn, cả tháng mọi việc suôn sẻ, như ý ạ. Ich wünsche Ihnen einen glücklichen ersten Morgen des Monats und einen ganzen Monat, in dem alles reibungslos und nach Ihren Wünschen verläuft. (Eine höfliche Form, zu einem älteren Mann gesagt.)
Mùng 1 vui vẻ, cả tháng cát lợi nha. Einen fröhlichen Monatsersten und einen glücklichen Monat!
Der Geistermonat ist nicht nur eine Zeit der Opfergaben und des Totengedenkens. Er ist auch eine Gelegenheit, die spirituelle Kultur Vietnams besser zu verstehen. Traditionen wie diese zu respektieren und zu verstehen, kann zu einer Gesellschaft mit mehr Güte und Mitgefühl beitragen. Der Monat lädt dazu ein, das Gute in der Tradition zu bewahren und den hoffnungsvollen Glauben an ein sicheres, glückliches und friedliches Leben nicht zu verlieren.











































