Der Ao Dai und andere Symbole Vietnams
Reisende sehen sie überall: das lange Seidengewand, den Kegelhut, Lotusmotive auf Pagodendächern. Jedes hat eine Geschichte, und wer sie kennt, erlebt die Reise reicher.
Der áo dài
Der áo dài ist ein langes, eng anliegendes Oberteil mit Schlitzen an beiden Seiten, getragen über einer weiten Hose. Seine Wurzeln reichen ins 18. Jahrhundert zurück, als die Nguyen-Fürsten im Süden die Kleidung vereinheitlichten; die moderne, taillierte Form entstand in den 1930er-Jahren in Hanoi, als Designer wie Nguyen Cat Tuong ihn neu schnitten.
Heute sieht man ihn bei Schülerinnen, denn viele Oberschulen haben einen weißen áo dài als Uniform, bei Bräuten und Hochzeitsgästen, zu Tết, beim Personal von Hotels und Banken und bei den Flugbegleiterinnen von Vietnam Airlines. Auch Männer tragen ihn, vor allem bei Hochzeiten und zu Tết. Zu Tết ziehen Familien den áo dài an, um sich zwischen den Blüten der Blumenmärkte fotografieren zu lassen. Schneider in Hoi An, Hanoi und Saigon fertigen ihn in ein, zwei Tagen nach Maß.
Der Kegelhut (nón lá)
Palmblätter, auf Bambusringe genäht: leicht, günstig und gut gegen Sonne wie Regen. In Hue verbirgt der „Gedichthut“ (nón bài thơ) zwischen seinen Lagen Verse und Bilder, die nur im Gegenlicht sichtbar sind.
Der Lotus
Vietnam hat nie offiziell eine Nationalblume festgelegt, aber die Vietnamesen nennen den Lotus. Er wächst aus dem Schlamm und öffnet sich makellos über dem Wasser, ein Bild der Reinheit, und er ist ein zentrales buddhistisches Symbol. Mehr dazu in the lotus, Vietnam’s national flower (auf Englisch).
Bambus
Im Norden waren Dörfer traditionell von Bambushecken umgeben, und Bambus steht für Widerstandskraft: Er biegt sich im Sturm, ohne zu brechen.
Der Drache
Der Legende nach stammen die Vietnamesen von einem Drachenfürsten, Lac Long Quan, und einer Fee, Au Co, ab; noch heute nennen sie sich „Kinder des Drachen, Enkel der Fee“ (con Rồng cháu Tiên). Ha Long bedeutet „wo der Drache herabsteigt“.
Die Bronzetrommel
Die Bronzetrommeln der Dong-Son-Kultur, vor mehr als 2.000 Jahren im Delta des Roten Flusses gegossen, sind mit Vögeln, Booten und einem Stern in der Mitte verziert. Sie sind ein Sinnbild der altvietnamesischen Kultur; zu sehen sind sie im Nationalmuseum für vietnamesische Geschichte in Hanoi.
Wasserpuppen
Das Wasserpuppentheater (múa rối nước) stammt aus den Dörfern des Deltas des Roten Flusses: Hinter einem Vorhang verborgen, bewegen die Spieler die Figuren über ein Wasserbecken. Das Thang-Long-Wasserpuppentheater in Hanoi spielt jeden Tag.
Die Flagge
Rot, mit einem gelben fünfzackigen Stern in der Mitte.
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